Ascot

Jolanda

Was hat es mit Ascot und den Hüten auf sich? Das berühmte englische Pferderennen findet seit 1711 in Ascot statt. Am dritten Renntag wird das wichtigste Rennen um den Gold Cup ausgerichtet. Dieser Tag wird auch „Ladie’s Day“ genannt und bietet den Damen eine einzigartige Gelegenheit, sich mit einem spektakulären Hut zu zeigen. Es gilt das Motto „sehen und gesehen werden“.

Während die Frauen ihre prachtvollen Hüte ausführen, welche größer und farbenfroher nicht sein können, muss der Mann einen strengen Dresscode befolgen. Ein schwarzer oder grauer Anzug, dazu schwarze Schuhe und ein ebenfalls dunkelfarbener Zylinder oder Chapeau Claque ist für die Herren Pflicht. Wer gegen die Regeln verstößt, etwa durch das Hinzufügen eines farbigen Bandes, welches die Garnitur des Hutes schmücken soll, wird nicht auf die Tribüne gelassen. Die Kleiderordnung der Damen beschränkt sich auf wenige Vorschriften, da der Hut den höheren Stellenwert hat. Ein Kleid muss mindestens knielang sein, der Hut muss einen Umfang von mindestens 10 cm haben und mit dem Outfit harmonieren, sodass er möglichst alle Blicke auf sich zieht.

In der Regel wird der Hut der Damen nur einmal zu diesem Event getragen und anschließend versteigert, wovon der Erlös einem guten Zweck beigesteuert wird. Von Jahr zu Jahr sind immer auffälligere Designs zu sehen. Man könnte meinen, dass an diesem Tag nicht das Pferderennen, sondern die Hüte im Vordergrund stehen.

Auch wenn der Besuch von bekannten Persönlichkeiten eher nebensächlich ist, hat es doch eine gewisse Spannung, Jahr für Jahr zu sehen, wer sich mit welcher Kopfbedeckung in Ascot präsentiert. Die Mitglieder des englischen Königshauses sind dabei immer vertreten. Die Pracht auf dem Haupt einer Dame sagt jedoch nichts über ihren gesellschaftlichen Stand aus, denn nicht selten tragen die bürgerlichen Damen größere und pompösere Hüte als die adeligen.