Stoffratgeber - Haarfilz
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Haarfilz Hüte
Haarfilz und die verschiedenen Verarbeitungsformen
Bei Haarfilz handelt es sich um eine Form des Filzes, die aus feinen, glatten Tierhaaren – meistens von Kaninchen, früher häufig auch vom Biber – hergestellt wird. Diese Filzart zählt zu den Walk- und Pressfilzen. Der Filz entsteht nicht durch Webung, sondern durch ein intensiv verfilztes Fasergeflecht. Dabei werden die Haare vorab gereinigt, gekämmt und bei Bedarf eingefärbt. Anschließend werden sie mithilfe von Wärme, Reibung und Feuchtigkeit gewalkt – ein Prozess, bei dem sich die Haarfaserschuppen durch Reibung dauerhaft verhaken. Je nach Behandlung lässt sich Haarfilz weich oder hart verarbeiten. Als reines Naturprodukt lässt sich dieses Material zudem problemlos umweltgerecht entsorgen.
Die Verwendung von Filz in ihren Anfängen
Filz gehört zu den ältesten Begleitern menschlicher Zivilisation. Bereits aus der Jungsteinzeit um 6000 v. Chr. sind Relikte bekannt, die aus gepresstem Tierhaar bestehen. Weil Filz jedoch leicht verrottet, gibt es nur wenige ältere Nachweise. Zu den ältesten erhaltenen Filzmützen zählen Stücke aus dem Jahr 1800 v. Chr. aus dem westchinesischen Raum Bayingolin. Weitere Beispiele stammen aus Hünengräbern in Norddeutschland und Dänemark. Feine Stücke mit Verzierung aus dem Altai-Gebirge zeigen schon um 500 v. Chr. hohe Herstellungsstandards. Hinweise aus antiken Schriften sowie Werkstättenfunde in Pompeji lassen erkennen, dass auch Griechen und Römer Filzproduzenten waren. Meisterhaft beherrschten jedoch vor allem tibetische und mongolische Völker die Herstellung – sie nutzten Filz nicht nur für Kleidung, sondern auch für Zeltdächer. Das Herstellungsverfahren hat sich zwar über die Jahrhunderte gewandelt, doch das Prinzip bleibt bis heute identisch.
Eigenschaften, die überzeugen
Haarfilz weist alle relevanten Merkmale auf, für die auch Wollfilz geschätzt wird: erstklassige Wärmedämmung, Schutz vor Wärme und Kälte, Stoß- und Schallschutz sowie absorbierende und polsternde Eigenschaften. Darüber hinaus ist das Material druckelastisch, formtreu und sehr aufnahmefähig für Wasser – und kann es ebenso wieder abgeben. Dank seiner organischen Herkunft ist Haarfilz ein nachhaltiger Werkstoff, der weltweit hergestellt und problemlos recycelt werden kann.
Er besticht durch Hochwertigkeit
Der Filz aus Haaren fühlt sich weich an, ist besonders hautfreundlich und besitzt eine ansprechende, glatte Oberfläche. Kreative schätzen die Färbbarkeit und Bearbeitbarkeit von Filz – zum Selbermachen wird allerdings oft preiswerter Schafwollfilz verwendet. Haarfilz hingegen punktet durch höhere Qualität: Der Verfilzungsprozess ist aufwändiger, da glatte Haarstrukturen schwerer zu verbinden sind. Das Ergebnis ist ein weicherer, glänzenderer Stoff mit weniger Kratzpotenzial und größerer Formbeständigkeit bei Feuchtigkeit. Einziger Wermutstropfen ist der deutlich höhere Preis im Vergleich zu anderen Filzsorten.
Leichte Verschmutzungen lassen sich gut mit einer weichen Bürste oder einem feuchten Tuch beseitigen. Auch das Absaugen des Materials ist möglich. Bei gröberer Verunreinigung hilft eine Handwäsche mit mildem Shampoo oder Feinwaschmittel. Wichtig ist gründliches Spülen sowie ein schonendes Trocknen. Nach dem Trocknen bringen sanftes Formen oder leichtes Dämpfen das Filzstück wieder in die gewünschte Passform.
In jüngster Zeit erlebt Filz einen erneuten Aufschwung – nicht zuletzt wegen seiner einzigartigen Eigenschaften. Während moderne Kunststoffe in vielen Bereichen eingesetzt werden, konnte Filz sich fest behaupten. Besonders Haarfilz gilt als Inbegriff für edle Verarbeitung und wird gerne für anspruchsvolle Mode, Hüte, Taschen und Wohnaccessoires verwendet. Auch im technischen Bereich findet er Anwendung – häufig kommt hier jedoch preisgünstigerer Wollfilz zum Einsatz. Insgesamt hat sich das robuste Naturmaterial zu einem vielseitigen Begleiter entwickelt, der aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.
Pros
- Isoliert gegen Hitze und Kälte
- Pflegeleicht
- Sehr hochwertig
- Ökologisch abbaubar und ökonomisch
- Muss nicht umgenäht oder versäumt werden
- Weich, angenehm auf der Haut und glänzend
- Nimmt Flüssigkeiten auf und gibt sie wieder ab
- Dämpft Schwingungen
- Absorbiert Schall
- Kann Wärme speichern
- Schützt vor Schmutz
- Polstert und schützt vor mechanischen Beschädigungen
- Verformt nicht schnell
Kontras
- Trocknet langsam
- Höherer Preis im Vergleich zum Wollfilz
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