Weich und angenehm

Die als Cashmere oder Kaschmir bekannte Wolle zählt zu den edelsten Fasern der Welt. Sie stammt aus dem feinen Unterhaar der Kaschmirziege, die ursprünglich in der gleichnamigen Gebirgsregion Kaschmir in Südasien beheimatet ist. Kaschmirziegen gehören zu den domestizierten Wollziegen – meist mit hängenden Ohren und Hörnern – und ihre Fellfarben reichen von Weiß über Grau bis Braun oder Schwarz. Es existieren etwa 20 unterschiedliche Ziegenrassen, die zur Kaschmirgewinnung herangezogen werden.

Kaschmir - eine lange Historie

Bereits 1000 Jahre vor Christus wurde Kaschmirwolle in ihrer Ursprungsregion zu feinen Textilwaren verarbeitet. Heute erfolgt ihre Produktion hauptsächlich in China, dem Iran, der Mongolei sowie im Hochland von Pamir. Auch in Australien, Neuseeland und Schottland findet man spezialisierte Zuchtherden. Die Wolle wird idealerweise während des Fellwechsels per Hand ausgebürstet, wodurch man besonders hochwertige Fasern gewinnt. Manchmal erfolgt auch eine Schur mit Maschinen. Anschließend wird die Wolle von Hand sortiert – nach Farbe, Reinheit und Feinheit der Fasern.

Absolut hochwertig

Aufgrund der geringen Menge, die pro Tier jährlich verfügbar ist – nur etwa 150 bis 200 Gramm –, gehört Kaschmir zu den exklusivsten Textilien überhaupt. Diese Menge reicht lediglich für einen einzelnen Schal. Zusätzlich treiben die aufwändige Gewinnung, Verarbeitung sowie die herausragenden Materialeigenschaften den Preis in die Höhe. Je nach Reinheitsgrad und Faserqualität kann ein Kilogramm unbehandelte Kaschmirwolle zwischen 120 und 200 Euro kosten.

Wärmende Edelwolle

Die Haare des Unterfells messen nur 15–19 Mikrometer in der Dicke und sind zwischen 25 und 90 Millimeter lang. Damit zählt Kaschmir zur Kategorie der Edelhaare. Seine Fähigkeit, die Körperwärme effektiv zu halten, verdankt es der einzigartigen Struktur, in der sich viele kleine Luftpolster bilden. Das sorgt für ausgezeichnete Isolierung bei gleichzeitig minimalem Gewicht. Dadurch fühlen sich Kleidungsstücke aus Kaschmir besonders leicht und anschmiegsam an – beinahe wie eine zweite Haut. Zusätzlich reguliert die Faser das Klima, weist Gerüche und Schmutz ab und sorgt für ein angenehmes Tragegefühl, auch in warmen Monaten.

Aufgepasst beim Waschen

Kaschmir benötigt aufgrund seiner natürlichen Eigenschaften nicht nach jedem Tragen eine Wäsche. Es reicht meist, das Kleidungsstück frische Luft schnappen zu lassen, da schlechte Gerüche nicht haften bleiben. Nach mehrmaligem Tragen ist eine Reinigung im Wollwaschprogramm empfehlenswert – milde Temperatur (max. 30 °C), wenig Schleudern und spezielles Wollwaschmittel. Verzichte unbedingt auf Weichspüler. Wenn du von Hand wäschst, verwende nur lauwarmes Wasser und lasse die Wolle nicht lange einweichen.

Vorsicht beim Trocknen

Nach dem Waschen spüle das Kleidungsstück gründlich aus, drücke es vorsichtig aus (nicht wringen!) und rolle es zur Trocknung in ein Handtuch ein. Danach kann es flach auf einem weiteren Tuch oder durch Kaltluft im Trockner getrocknet werden. Zur Lagerung ist eine liegende Position, statt ein Kleiderbügel, die bessere Wahl, um die Form zu erhalten.

Kaschmirwolle ist die begehrteste Naturfaser schlechthin – edel, flauschig, wärmeisolierend und dabei unglaublich leicht. Sie wird für edle Kleidung verwendet, die höchsten Ansprüchen an Tragekomfort gerecht wird. Der begrenzte Ertrag sowie die natürlichen Eigenschaften machen Kaschmir zurecht zu einem der kostspieligsten, aber auch wertvollsten Materialien.

Pros

  • Atmungsaktiv, kein Luftstau, kein Schwitzen
  • Schmutz- und geruchsabweisend
  • Stoff ist unnachahmlich weich und flauschig
  • Federleicht
  • Höchster Tragekomfort
  • Knittert kaum
  • Flexibilität und Rückkehr zur eigentlichen Form
  • Trocknet schnell
  • Sehr hohes Wärmerückhaltevermögen bei äußerst geringem Gewicht

Kontras

  • Hoher Preis
  • Natürliche Knappheit der Rohstoffe und aufwändige Gewinnung

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