Material mit verschiedenen Einsatzgebieten

Seit Jahrhunderten machen sich Menschen Stroh in vielerlei Hinsicht zunutze. Es handelt sich dabei um den Sammelbegriff für ausgetrocknete Halme und Blätter von Getreidesorten oder Faserpflanzen. Die Anwendungsbereiche sind vielseitig: als Einstreu in der Tierhaltung, zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft sowie gelegentlich auch als Futtermittel. Darüber hinaus dient Stroh als umweltfreundlicher Brennstoff und findet Verwendung im kreativen Handwerk – etwa für Flechtarbeiten. Insbesondere Strohhüte werden aus diesem Naturmaterial gefertigt, das in vier Hauptkategorien unterteilt wird: Raffia, Papierstroh, Panamastroh und Hanf.

Unterschiede bei den einzelnen Stroharten

Das sogenannte Raffiastroh stammt vom Bast innerer Palmblätter und zeichnet sich durch seine Festigkeit sowie zugleich hohe Biegsamkeit aus – ideale Voraussetzungen für die Hutherstellung. Papierstroh (auch unter dem Begriff Toyo bekannt) wird dagegen aus Zellstoff gearbeitet und entsteht durch kontrolliertes Schmelzen und Formen. Es ist reißfest, elastisch und weist eine erhöhte Wasserresistenz im Vergleich zu anderen Strohsorten auf. Eine weitere Sorte, das Panamastroh oder Toquilla-Stroh, wird aus den Blättern der gleichnamigen Palme gewonnen. Dieses Naturmaterial ist besonders leicht und flexibel und wird daher bevorzugt für hochwertige Hüte genutzt.

Die Strohart Hanf

Hanfstroh ist eine weitere beliebte Grundlage im Hutdesign, unterteilt in die Arten Abaca, Sinamay und Sisal. Abaca stammt aus Faserbast der Bananenpflanze und ist nicht nur hautverträglich, sondern ebenfalls widerstandsfähig. Sinamay-Stroh trumpft durch seine edle Optik sowie ausgeprägte Formstabilität auf. Besonders hochwertig ist Sisal, das aus Agavenblättern gefertigt wird. Seine feinen, glänzenden Fasern machen den Stoff zum bevorzugten Material für exklusive Anlasshüte oder filigranen Haarschmuck.

Obwohl Stroh relativ unkompliziert ist, gibt es ein paar Dinge, die beachtet werden sollten. Feuchtigkeit kann dem Material zusetzen – Verformungen oder sogar Schimmel wären mögliche Folgen. Deshalb sollten Strohhüte stets trocken gehalten werden. Beim Aufsetzen sind die Seiten des Hutes zu greifen, niemals aber die Krone, da dies zu Materialbruch führen kann. Falls im Innenbereich ein Stofffutter eingenäht wurde, lässt es sich bei Bedarf vorsichtig mit Waschbenzin säubern.

Stroh gilt als ausgezeichnetes Material für leichte Sommerhüte. Dank der vielen Strohsorten stehen unterschiedlichste Modelle zur Auswahl, die sowohl im Alltag als auch bei feierlichen Anlässen überzeugen können.

Pros

  • leicht und somit angenehm zu tragen
  • luftiges Material, das vor allem für den Sommer geeignet ist
  • geringer Pflegeaufwand

Kontras

  • neigt, verglichen mit anderen Materialien, eher dazu zu brechen
  • darf nicht nass werden

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