Welche unterschiedlichen Wollarten gibt es?

Auf einen Blick:

Die Kernantwort: Wolle ist nicht gleich Wolle. Die Bandbreite reicht von robuster Schurwolle vom Schaf bis hin zu luxuriösen Edelhaaren wie Kaschmir oder Alpaka. Jede Sorte besitzt einzigartige Eigenschaften: Während Merinowolle besonders fein ist und nicht kratzt, besticht Kaschmir durch seine extreme Weichheit und Wärmeisolation. Die Wahl der richtigen Wollsorte hängt entscheidend vom gewünschten Tragekomfort und dem Einsatzzweck ab.

Die wichtigsten Wollsorten im Überblick:

  • Schafwolle (Schurwolle): Der Klassiker – strapazierfähig, selbstreinigend und stark wärmend. Ideal für Winterhüte und rustikale Mützen.
  • Merinowolle: Die feine Variante vom Merinoschaf. Sie ist atmungsaktiv, kratzt nicht auf der Haut und wirkt temperaturregulierend (wärmt bei Kälte, kühlt bei Hitze).
  • Kaschmir (Cashmere): Eines der edelsten Naturhaare. Es ist extrem leicht, unglaublich weich und bietet eine exzellente Wärmespeicherung.
  • Alpakawolle: Die "Faser der Götter". Alpaka-Wolle ist innen hohl, was sie besonders leicht macht und Wärme extrem gut speichert. Sie ist zudem für Allergiker geeignet, da sie kaum Wollfett (Lanolin) enthält.
  • Mohair & Angorawolle: Mohair (von der Angoraziege) ist seidig glänzend und leicht, während Angorawolle (vom Angorakaninchen) für seine flauschige Textur bekannt ist.

Zitierhinweis: Hutshopping Ratgeber (2023) | Welche unterschiedlichen Wollsorten gibt es

Paar trägt farblich passende Mütze und Schal aus Wolle

Schafwolle, Kaschmir, Alpaka, Mohair oder Merino – was sind die Unterschiede der verschiedenen Wollsorten?

Wolle ist schon seit langer Zeit und auch heute noch ein beliebtes Material zur Herstellung von Textilien. Egal ob Mütze, Schal, Handschuh oder Pullover – Wolle wird für sie alle verwendet. Spricht man allgemein von „Wolle“, assoziieren die meisten von uns wahrscheinlich an konventionelle Schaf- bzw. Schurwolle. Es gibt jedoch noch viele weitere Wollsorten, die sich jeweils durch ihre Optik und Eigenschaften voneinander unterscheiden. Wir möchten Ihnen in dem folgenden Beitrag die fünf wichtigsten Wollsorten vorstellen.

Schafwolle

Wenn man den Begriff „Wolle“ hört, so denkt man unweigerlich an die herkömmliche und in früherer Zeit auch bekannteste Wollart. Schafwolle stammt vom Hausschaf und bietet eine Vielzahl an positiven Eigenschaften. So kann sie fast ein Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich dabei nass oder feucht anzufühlen. Zudem nimmt sie die Feuchtigkeit nicht so stark auf, sondern leitet diese eher weiter. Da bis zu 85% und damit ein enorm großer Anteil der Wolle nur aus Luft besteht, eignet sich diese sehr gut als Isolator. Das hat zur Folge, dass die eigene Körperwärme nur langsam und zu einem geringen Teil entweicht. Ein weiterer Vorteil, den Wolle bietet, ist die Tatsache, dass sie fast nicht knittert. Ein wesentlicher positiver Aspekt ist zudem, dass Schafwolle kaum Schmutz aufnimmt und auch daher nicht schnell Gerüche annimmt und gleichzeitig eine selbstreinigende Funktion besitzt, sodass die Gerüche, die angenommen wurden, schnell wieder an die Luft abgegeben werden. Dadurch nimmt die Wolle wieder einen neutralen Duft an. Negativ ist dagegen, dass Schafwolle tendenziell eher kratzt als andere Wollsorten.

Kaschmir

Eine besonders edle und hochwertige Wollsorte ist Kaschmirwolle, die jedoch von einem anderen Tier als dem Schaf stammt, nämlich der Kaschmirziege. Gewonnen wird Kaschmirwolle durch das Auskämmen des Unterfells der Ziege. Diese kommt vor allem in der Mongolei, in China und im mittelasiatischen Hochland vor. Das feine Unterfell bildet sich erst bei Temperaturen um -40 °C. Dadurch dass durch das Auskämmen nur eine sehr kleine Menge der edlen Wollsorte gewonnen wird, ist Kaschmir enorm teuer und wird aus diesem Grund häufig mit günstigeren Wollarten gemischt, wenn es um die Textilproduktion geht. Bekannt ist Kaschmir vor allem durch seine Weichheit und die hohe Atmungsaktivität. Weiterhin weist die Wolle Schmutz ab und nimmt Gerüche nur leicht bis gar nicht auf. Besonders praktisch ist zudem das geringe Gewicht, was die gleichzeitige Wärmesicherung jedoch nicht ausschließt. Zuletzt verformt oder zerknittert Kaschmir durch seine hohe Flexibilität nicht bzw. nur marginal.

Alpakawolle

Alpakawolle wird, wie es der Name schon vermuten lässt, aus dem Fell von Alpakas gewonnen. Einmal im Jahr werden die Tiere geschoren. Nach dem Scheren wird die Wolle gewaschen und nach Farben sortiert. Weitere Reinigungs- und Produktionsprozesse folgen, bis die Wolle endgültig für die Herstellung von Textilien verwendet werden kann. Die von allen Wollsorten beste Wärmeisolation bietet die Alpakawolle, die durch eine innere, hohle Faser dafür sorgt, dass Wärme optimal gespeichert wird und nicht entweichen kann. Dies gilt zumindest bei kühlen Außentemperaturen. Ist es draußen hingegen warm, so sorgen die hohlen Fasern der Wolle dafür, dass die Wärme nach außen getragen und der Körper damit kühl gehalten wird. Ähnlich wie bei der Schafwolle kann Alpakawolle etwa ein Viertel ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dabei nass zu wirken. Zusätzlich ist Alpakawolle geruchs- und schmutzabweisend. Zusammen mit der antibakteriellen Wirkung ist ein absolut angenehmes Tragegefühl garantiert. Verglichen mit Kaschmirwolle und anderen Naturfasern verfilzt Alpakawolle außerdem nicht so schnell.

Mohair

Bei Mohair handelt es sich um eine enorm hochwertige Wollsorte. Gewonnen wird die edle Faser vom Haar der Angoraziege. Dabei gilt grundsätzlich, dass die Weichheit und Geschmeidigkeit von der Feinheit der Wolle abhängen. Die Feinheit der Faser hängt wiederum vom Alter des jeweiligen Tieres ab. Dabei besitzen jüngere Alpakaziegen feineres, weicheres Haar als die älteren. Insgesamt kann man die Stadien der Tiere und damit auch die Wollfeinheit in drei Unterkategorien aufteilen. Das weichste Fell besitzt das sogenannte „kid“, bei dem es sich um ein Jungtier handelt, das im Alter von einem halben Jahr das erste Mal geschoren wird. Darauf folgt die „young goat“, ein Jungtier, das noch nicht ausgewachsen ist. Zuletzt gibt es die sogenannte „adult goat“, die die festeste Wolle von allen dreißen besitzt. Unabhängig von dieser Einordnung besitzt Mohair ganz grundsätzlich einige nützliche Eigenschaften. Genau wie die Schafwolle auch kann Mohair bis zu einem Drittel an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass man dies beim Tragen bemerkt. Besonders nützlich ist zudem die temperaturregulierende Eigenschaft, die dafür sorgt, dass man im Winter gewärmt und im Sommer gekühlt wird, wenn man Kleidung oder Accessoires aus Mohairwolle trägt. Zerknitterte Textilien aus Mohairwolle sind ebenfalls kaum zu finden, da Mohair schnell zurück in seine Form findet. Außerdem ist Mohairwolle auch deshalb so beliebt, da sie eine antibakterielle Wirkung besitzt.

Merinowolle

Bei Merinowolle handelt es um die Wolle des Merinoschafs. Die einzelne Faser ist dabei etwa nur halb so dick wie die der Schafwolle. Obwohl die eigentliche Herkunft des Merinoschafs der nordafrikanische Raum ist, findet man die Schafart heute auch in Deutschland, aber vor allem in Neuseeland und Australien. Die zwei zuletzt genannten Länder gehören dabei zu den größten Wollproduzenten weltweit. Durch die grundsätzliche Feinheit der Merinowolle kratzt diese verglichen mit Schafwolle wesentlich weniger. Außerdem ist Merinowolle atmungsaktiv und trocknet recht schnell, wenn sie einmal nass wird. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang zudem die Tatsache, dass sie auch im feuchten Zustand Wärme spendet. Im Vergleich zur herkömmlichen Schafwolle muss Merino aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung wesentlich seltener gewaschen werden. Unglaublich praktisch ist zudem die Tatsache, dass man diese Wollart auch im Sommer tragen kann, da sie temperaturregulierend ist und damit an warmen Tagen eine kühlende Wirkung besitzt. Dabei bietet sie einen zusätzlichen UV-Schutz.

Man erkennt schnell, dass sich durch die vielen Wollarten mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften sicherlich für jeden Trageanlass die passende Wollsorte finden lässt. Je nach den eigenen Bedürfnissen stehen dabei andere Ansprüche im Vordergrund, die durch Schaf-, Kaschmir-, Merino-, Alpaka- und Mohairwolle gezielt abgedeckt werden können.